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Tertianum
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Wie sich Menschen mit Diabetes gesund ernähren

Kirchlindach
16.06.2017

Mit zunehmendem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit einer Diabetes-Typ 2-Erkrankung. Im Gegensatz zum Diabetes Typ 1, welcher durch eine Autoimmunkrankheit ausgelöst wird, liegt der Grund für eine Typ-2-Erkrankung vielfach am ungesunden Lebenswandel und an erblichen Komponenten. Wichtig ist deshalb eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung.

Schätzungen der Schweizerischen Diabetesgesellschaft zufolge haben 4,9 Prozent der Männer und 3,7 Prozent der Frauen zwischen 20 und 84 Jahren Diabetes. Schweizweit entspricht das ungefähr 300'000 Personen. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit an Diabetes zu erkranken. Zwischen 75 und 84 Jahren leiden 16 Prozent der Männer und 12 Prozent der Frauen an Diabetes.

Gründe: Vererbung und ungesunder Lebensstil

Diabetes Typ 2 ist erblich. Sind nahe Verwandte bereits Typ-2- Diabetiker, beträgt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung bis zu 60 Prozent. Trotzdem ist die erbliche Komponente nicht zwingend Grund für Diabetes. Derek Iseli, Leiter Pflege und Betreuung im Wohn- und Pflegezentrum Bergsicht, Kirchlindach, erklärt: «Hauptursache sind vor allem ein ungesunder Lebensstil mit starkem Übergewicht und Bewegungsmangel. Häufig tritt Diabetes mit erhöhtem Blutdruck, Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen auf. Aus diesen Gründen kann in vielen Fällen mit einer Gewichtsabnahme und mit einer Ernährungsumstellung eine deutliche Verbesserung der Blutzuckereinstellung erzielt werden».

Gesunde Ernährung ist angesagt

Eine spezielle Ernährungsweise gibt es ebenso wenig wie ein Verbot für bestimmte Lebensmittel. Diätprodukte enthalten zwar keinen Zucker, sind dafür aber oft sehr kalorienhaltig. Diabetiker sollten deshalb viel mehr Wert auf eine ausgewogene Ernährung legen.

Tipps für die Ernährung bei Diabetes:

  • Abwechslungsreiche Vollwertkost
  • Die Hälfte des Energiebedarfs über Kohlehydrate, bevorzugt Ballaststoffe, abdecken
  • Mediterrane Kost hat eine positive Wirkung auf den Blutzuckerspiegel (Obst, Gemüse, Olivenöl, Nüsse, Fisch)
  • Fleisch: helles (Geflügel) statt rotes Fleisch (Schwein) essen
  • Alkohol massvoll geniessen – Gefahr einer Hypoglykämie (Unterzuckerung)
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr – mindestens 1.5 Liter am Tag

Ballaststoffe bestehen aus unverdaulichen Pflanzenfasern. Sie sind vor allem in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten wie Erbsen oder Bohnen enthalten. Ballaststoffe bewirken, dass Kohlehydrate aus der Nahrung langsamer ins Blut übergehen. Folglich steigt der Blutzuckerwert nach den Mahlzeiten weniger stark und das Sättigungsgefühl hält länger an – ein Vorteil beim Abnehmen.

Diabetes im Altersheim

Abwechslungsreiche und frische Menus sind auch für Gäste mit Diabetes wichtig. Stefan Bücheler, Leiter Küche im Altersheim Bergsicht betont: «Unsere Gerichte werden mit frischen und unverarbeiteten Produkten zubereitet. So garantieren wir eine ausgewogene und gesunde Ernährung». Zudem legt er grossen Wert auf saisonale Produkte. «Das unterstützt die abwechslungsreiche Menuplanung». Regelmässig besucht das Küchenteam Weiterbildungskurse, um neue Anregungen und Ideen zu Themen wie Allergenes Kochen oder Kochen für Menschen mit Demenz zu erhalten.»

Drei top Tipps der Experten für den Umgang mit Diabetes:

  1. Ausgewogene Ernährung unterstützt ein gesundes Gewicht
  2. Regelmässige Bewegung
  3. Regelmässige Kontrolle des Glykohämoglobin-Wertes (Langzeit-Blutzucker) durch einen Diabetologen

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